Nein, dieser Beitrag wird nichts mit meiner politischen Einstellung zu tun haben. Dieser Beitrag dreht sich nämlich um die schönste Freizeitbeschäftigung. Richtig, Fußball. Und natürlich geht es nicht darum selber Fußball zu spielen, sondern anderen, Profis, beim spielen zu zusehen.
Mittlerweile wohne ich schon 3 Jahre nicht mehr in der Hansestadt an der Weser. Und aus diesem Grund kann man sich auch vorstellen, dass die die Werderaner nicht mehr so oft live im Stadion begutachten kann. Daher freue ich mich immer wieder aufs Neue, wenn sie dann hier herunter in den tiefen Süden kommen und versuchen ein paar Punkte für die nächste Meisterschaft zu erspielen. Oft funktioniert das nicht so richtig. Ich kann mich noch gut an November des letzten Jahres erinnern, als ich viel Geld für Karten ausgab, mich bei sehr bescheidenem Wetter ins Stuttgarter Stadion setzte und dann zusehen musste, wie die Bremer 6 Stück eingeschenkt bekamen.
Diesmal versprach aber schon die Ausgangslage mehr erfolg für die Grünen. Augsburg war der Gegner und der Aufsteiger hat zurzeit noch nicht richtig in die Liga gefunden und diente meistens als sicherer Punktelieferant. Also machten wir uns voll motiviert auf die knapp 150km in die Bayerische Stadt, um Werder mal wieder siegen zu sehen. Wie der geneigte Fußballinteressierte jedoch weiß, ist der Abend nicht so gut für die Bremer ausgegangen. Immerhin konnte man einen Punkt aus dem Süden entführen, aber da war deutlich mehr drin.
Die Augsburger zeigten überhaupt kein Erstlinganiveau und hielten sich größtenteils mir hohen und langen Bällen, die aus der eigenen Hälfte Richtung Bremer Tor gebolzt wurden, über Wasser. Werder konnte immer wieder gefährlich vor dem Augsburger Tor auftauchen, vergab aber dutzende von Chancen kläglich. Und so wurde man Anfang der zweiten Halbzeit auch gleich bestraft. Nach einem unglaublichen Abwehrfehler schenkten die Bayern fröhlich zum 1:0 ein. Werder, von dem Tor sichtlich geschockt, nahm ab dann wieder das Zepter in die hand und feuerte aus allen Kanonen. Doch einzig ein Kopfball fand das Ziel. Und so musste man sich mit dem 1:1 beim Aufsteiger (und vermutlich auch Abstiegskandidat No. 1) zufrieden geben. Das war deutlich zu wenig. Ich finde es jedoch schwer zu sagen, ob da Ergebnis dank eines starken Augsburger Torwartes, oder der extrem schwachen Bremer Chancenverwendung zu Stande kam.
Was in Augsburg übrigends auch noch kein Erstliganiveau hatte, war der Shuttlebustransport zum Messeparkplatz. Für rund 7000 Fans, die auf die Busse angewiesen waren, hätte man nämlich etwas mehr als 5 Busse organisieren können. Na ja, so war es aber dann auch nicht verwunderlich, dass wir erst 75min nach Abpfiff wieder am Auto waren. Wären wir quer über die umliegenden Äcker gelaufen, hätten wir es vermutlich in der Hälfte der Zeit geschafft.
Trotz enttäuschendem Ergebnis, war es kein verschwendeter Abend in Augsburg. Die Gästekurve war sehr gut gefüllt und die Stimmung prächtig. Was jedoch noch extrem genervt hat, waren die Stadion-Bezahlkarten, die man sich anschaffen musste, damit man ne Wurst oder ein Bier bekam. Freunde, zumindest in den Gästefanblöcken könnt ihr doch noch das Bezahlen mit Bargeld zulassen. Da die Systeme in den einzelnen Stadien nicht untereinander abgestimmt sind, muss man sich wirklich für jedes Stadion eine eigene Bezahlkarte besorgen. Das ist ganz großer Fail. Sorgt doch zumindest dafür, dass ich mit meiner Karte vom VFB auch in Berlin oder München bezahlen kann und nicht für so einen Schrott.
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