Batman, der dunkle Ritter oder auch gerne schlicht die Fledermaus, kennt man aus diversen Medien. Nicht nur im ursprünglichen Comic ist er zu finden, sondern auch diverse Auftritte in Filmen, Zeichentrickserien und Videogames kann er sich in den Lebenslauf schreiben. Und jetzt gibt es Batman auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Richtig, im Theater. Oder besser gesagt im Musical. Oder, was denn eigentlich?!
„Batman live“ leuchtete es mir von einer Plakatwand entgegen als ich Anfang des Jahres mal wieder in London war. Doch viel konnte ich damit nicht anfangen. Meine Freundin, die zu der Zeit ein Praktikum in der Großstadt an der Themse absolvierte, ging dem ganzen dann auf die Spur und was dabei herauskam war eine sehr verlockendes Geburtstagsgeschenk für mich. Als großer Fan des Superhelden aus Gotham City, habe ich mich natürlich sehr über die Eintrittskarten für eine der Eröffnungsshows in der O2-Arena gefreut.
Ende August statteten wir beide also der britischen Hauptstadt einen weiteren Besuch ab. Mit dem Wassertaxi, übrigens eine super Art um London mal aus einer anderen Perspektive zu sehen, ging es dann zur O2-Arena in den Osten der Stadt. Allein das Bauwerk an sich ist schon einen Besuch wert. Völlig ahnungslos was uns erwarten würde, nahmen wir mit rund 5000 anderen Batman-Fans, einige davon schwer verkleidet, Platz unter der riesigen Kuppel und warteten gebannt auf den Anfang. Das Bühnenbild zeigte Gotham City selbst und war eine gelungene Mischung aus festem Requisiten, riesigen LED-Screens und hunderten von Lasern, Scheinwerfern und Nebelmaschinen. Diverse Kletterseile und Sicherungsmechanismen an der Hallendecke ließen Flugeinlagen vermuten. Bitte nicht zu viel Gesang, war jedoch mein einziger Gedanke.
Dann ging es auch schon los. Nach kurzer Zeit verwandelte sich das Bühnenbild in einen Zirkus, der auch Hauptspielplatz für die gesamte Show sein sollte. Erzählt wurde die Geschichte von Dick Grayson, einen Akrobaten-Sohn, der Zeuge des Mordes an seinen Eltern wird und darauf hin Rache schwört. Doch in Gotham City wird kein Verbrechen begangen, ohne das Batman davon früher oder später erfährt. Und so machen sich die beiden auf die Jagt nach dem Mörder. Und das wir uns in einem Zirkus befinden, dürfte wohl klar sein, wer als Hauptverdächtiger in Frage kommt. Doch nicht nur der Joker hat seinen Auftritt (Hauptrolle), sondern auch diverse andere Bösewichte aus dem Batman-Universum.
Und dann ging es auch schon richtig zur Sache. Es wurde gekämpft und durch die Gegend geflogen, die unterschiedlichsten Zirkusshows wurden aufgeführt, Raketenwerfer wurden abgefeuert und einige Gegenstände in Flammen gesetzt. Und das Beste: es wurde nicht gesungen! Klar, die Sprachen war, wie man es bei einer Bühnenshow erwartet, etwas geschwollen. Und Bruce Wayne wirkte in seinen Fledermauskostüm so muskulös, als hätte er das eine oder andere Nahrungsmittelergänzungspräparat zu viel eingenommen. Doch zuletzt bekamen die Zuschauer eine sehr gute und unterhaltsame Show sowie Batman-Story erzählt. Ob man für 90min seichte Unterhaltung jedoch die hohen Eintrittspreise bezahlen möchte, muss dann doch jeder für sich entscheiden. Mir jedoch hat die ganze Veranstaltung gut gefallen.
P.S. Ich konnte leider keine Fotos machen, da dies zu Beginn der Show verboten wurde und ich mir nicht den Zorn des Batmans auferlegen lassen wollte. Doch sicher kann man auf den bekannten Videoplattformen den einen oder anderen Ausschnitt aus der Show sehen. Und wer das ganze auch mal live erleben möchte, kann dies Anfang 2012 sogar in diversen deutschen Großstädten.
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