Böse Zungen behaupten, ich hätte mir meinen Studienort nur nach der Qualität des dortigen Bieres ausgesucht. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn, denn die Qualität des Bieres war nur der zweitwichtigste Faktor in der Standortwahl. Der wichtigste war die Quantität. Mit Bremen traf ich also eine sehr gute Wahl, denn bekannterweise ist das Bremer Becks kein schlechtes Pils im deutschen Bierportfolio.
Als ich 2004 in der Hansestadt anfing zu studieren war die Produktpalette von Becks noch sehr übersichtlich. Es gab das Grüne. Mehr nicht*. Becks Gold war noch rein für den Gastrobereich und sollte erst kurze Zeit später auf den Markt kommen. Irgendwann wurde es dann hip irgendwelches Zeug mit Bier zu mischen. Cola hätte ich ja noch verstanden, aber alles andere ist in meinen Augen überflüssig. Doch die Leute bei Becks dachten sich, sie müssten dringend auf den Zug mit aufspringen und fingen an eine Biermischgetränk nach dem anderen auf die Bier trinkende Bevölkerung los zu lassen. So erschienen innerhalb weniger Wochen Becks Green Lemon, Chilled Orangen, Level 7 (mit Energydrink) und das widerliche Becks Ice, das mit Limette und Minze gepuncht war.
Meine Wahl blieb Grün. Wenn es wirklich nichts anderes gab, griff ich auch schon mal zu Gold. Und auf Partys ist mir sicher schon mal das eine oder andere Green Lemon oder Orange untergekommen. Den Rest mied ich wie Hundehaufen auf dem Gehweg.
Letztes Wochenende kam ich dann in den Genuss einer neuen Bier-Kreation aus dem Hause Becks (heute ja nur noch eine Marke von InBev): Becks Lime. Die Geschmacksingenieure haben sich hier gedacht, dass normales Pils sich sicher gut mit einem Schuss Limette veredeln lässt. Liebe Becks Geschmacksingenieure, lasst euch eines gesagt sein: wer auch immer Euch beigebracht hat, dass Bier unbedingt mit etwas vermischt werden muss, erschießt ihn. Eure neue Kreation ist einfach widerlich. Klar müsst Ihr neue Märkte erschließen und neue Kundengruppen begeistern, aber ist es Euch das wert, dass Ihr dabei euren guten Namen vollkommen in den Dreck zieht?! Klar ist es das! Denn Profit ist das was zählt, Ihr Penner. Konzentriert Euch doch im Kerngeschäft weiter auf das gute Grüne und macht für die anderen Sorten eine Tochterfirma verantwortlich. Ich hätte auch schon einen Vorschlag für deren Namen: Plörrebräu. STOP THIS SHIT!
*Alkoholfrei gab es natürlich auch, aber das zähle ich nicht als Bier.
Lukas
am Mai 28th, 2011
@ 03:05:
Der Herr @lecule und ich haben letzte Woche mal Beck’s “Black Currant” probiert. DAS ist vielleicht komisches Zeug!
kamil
am Mai 28th, 2011
@ 16:17:
@Lukas: Davon habe ich bisher nur gehört, aber es noch nicht selbst probiert. Letztens hatte ich auch irgendein Biermix mit Beeren. Der war nicht übel, jedoch hat da keine große Brauerei ihren Namen für hergegeben.
kimme
am Mai 28th, 2011
@ 16:28:
Wieso entsagst du nicht einfach entgültig der Plörre unter dem Namen “Becks” und steigst auf eine andere Marke um, wenn du schon sowieso in S. wohnst?
kamil
am Mai 28th, 2011
@ 16:30:
@kimme: Weil die hier unten zwar gutes Helles machen, aber von Pils keine Ahnung haben.
kimme
am Mai 28th, 2011
@ 17:50:
>aber von Pils keine Ahnung haben.
ಠ_ಠ
Über Geschmack lässt sich ja bekanntermaßen streiten…