Der nun folgende Beitrag entfaltet seine volle Wirkung, wenn ihr euch diesen selbst vorlest. Mit einer ruhigen, von Whisky und Zigarren zerfressenen Stimme, die in einem monotonem Singsang tief aus eurer Kehle dring. Dazu könnt ihr euch gerne einen alten Mann an einer Gitarre vorstellen, der sein bestes an diesem Instrument gibt, obwohl er an jeder Hand nur noch zwei Finger hat. Legt los…
Sein Name war Django. Er war ein aufmüpfiger Sklave, der Mitte des 19Jhd irgendwo im gottverlassenem Wildem Westen von seiner Frau getrennt und verkauft wurde. Zu seinem Glück befreite ihn ein deutscher Kopfgeldjäger, da er diesem Kopfgeldjäger bei einem Auftrag helfen sollte und zugleich auch Rache an seinen Peinigern nehmen konnte. Das Kopfgeldjägergeschäft gefiel Django gut und er war auch sehr geschickt im Umgang mit dem Revolver. Also beschlossen er und der deutsche Kopfgeldjäger den Winter über zusammen zu arbeiten, um im kommenden Frühjahr Djangos verschollene Frau zu finden und aus den Händen eines Sklavenhändlers zu befreien. Quentins Tarantinos Film „Django Unchained“ erzählt genau diese Geschichte. Und das richtig gut.
Ok, ihr könnt jetzt wieder normal weiterlesen. Ich war ziemlich baff als ich nach dem Kino gekommen bin, denn was da die letzten 150min präsentiert wurde, war ganz große Unterhaltung. Wieder einmal schafft es Tarantino ein nicht ganz so leichtes Thema in einen spannenden, unterhaltsamen und lustigen Film zu verpacken, ohne jedoch über das Ziel hinaus zu schießen. Das die schauspielerische Leistung, die Aufnahmen und der Soundtrack auf höchstem Niveau sind, braucht man eigentlich kaum noch zu erwähnen. Und natürlich gibt es, in alter Tarantino Manier, auch ein paar Szenen, in denen das Blut nur so von links nach rechts spritzt. Aber diese sind gut über den ganzen Film verteilt, sodass es nicht zur Metzelorgie ausartet. Lustig wird es, wenn der deutsche Kopfgeldjäger die Geschichte Djangos mit dem Nibelungenlied vergleicht und entsetzt fragt, wie er es denn ablehnen könnte Django, dem schwarzen Siegfried, zu helfen seine Brunhilde zu finden, wo er doch Teil eines deutsch amerikanischen Mythos werden könnte.
Jamie Foxx, Christoph Waltz und Leonardo DiCaprio spielen überragend. Was mich jedoch ein wenig gestört hat war, dass Waltz scheinbar immer in eine Schublade gesteckt wird und sich die von ihm dargestellten Charaktere oft sehr ähneln. Auch in Django Unchained spielt er einen etwas arroganten und besserwisserischen Typen, der immer das letzte Wort hat und als letzter lacht. Sehr ähnliche Charaktere hat er auch schon in Inglourious Basterds oder der Gott des Gemetzels gespielt. Ich hoffe, dass er sich auch von diesem Image lösen kann und irgendwann mal eine andere Rolle spielt.
Aber, um es abschließend auf den Punkt zu bringen: GUCKT DIESEN FILM.

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