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I am Iceland (I)

Reykjavik vom Wasser aus

Reykjavik vom Wasser aus

Wären wir um 900 nach Jesus von Norwegen in die weite See aufgebrochen, wie es einige Wikinger damals taten, um ihrem König und besonders seinen Steuern zu entkommen, dann hätten wir wohl ein ähnliches Bild gesehen, nachdem wir uns mehrere Wochen auf rauer See von Wellen durchschütteln gelassen hätten. Bestimmt gab es damals nicht so viele Gebäude (eher keine), aber die Küste und das Wetter wären wohl ähnlich gewesen. Werter Leser, darf ich vorstellen: Reykjavik. Reykjavik, Leser. Hauptstadt des Inselstaates Island. Ca. 317 tausend Einwohner. Davon alleine 119 Tausend in dieser Metropole. Ok, Metropole wäre vielleicht übertrieben. Aber nett. Wir kammen jedoch aus der Luft an und das Bild, dass sich uns bot, sah etwa so aus.

Reykjavik aus der Luft

Reykjavik aus der Luft

Haha. Auch falsch. Denn nachdem wir schon um 3Uhr morgens aufgebrochen waren, um rechtzeitig um 7 am Düsseldorfer Flughafen zu sein, ging es erstmal ab in die Luft. Icelandair hatte nämlich versprochen, uns die knapp 2400km nach Island zu befördern. Und dass in knapp drei Stunden. Haben sie dann auch geschschafft. Spannend war die Landung. Während ich auf dem Bordcomputer beobachtete, dass wir nur noch knapp 200m zum Boden hatten, draußen vor dem Fenster aber immer noch dicke Wolken vorbeirauschten, fing ich mir doch an etwas Sorgen zu machen. Doch ganz umsonst. Eine Sekunde bevor wir auf dem Rollfeld landeten, brach die Wolkendeke auf und zeigte den kalten und nassen Asphalt von Kefalvik Airport.

Da Island in einer anderen Zeitzone als Deutschland liegt und die zusätzlich auf Sommerzeit pfeifen, haben wir ganze zwei Stunden gewonnen und somit durch den Flug nur eine Stunde verloren. Das Wetter war nicht gerade einladend: leicher Niederschlag und von den Wolken habe ich ja schon erzählt. Trotzdem hollten wir erstmal begeistert Geld und freundeten uns mit der isländischen Sprache auf dem Geldautomatendisplay an. Da ich so weltbewandert bin, habe ich sie natürlich auf anhieb verstanden und konnte das erste Geld ziehen (dabei hatte ich keine Ahnung, mit wieviel ich mein Konto gerade belastete). Aber mal im ernst: die sPrache scheint wirklich nicht so schwer zu sein. Da sie germanische Wurzeln hat, kann man viele Wörter aus dem deutschen ableiten. Geschickt haben die das gemacht, diese Isländer. Nach diesem Prinzip fanden wir auch schnell den Bus und fuhren in die Hauptstadt und zu unserer ersten und einzigen von Deutsachland aus gebuchten Unterkunft. Und wo lässt man sich als betuchte (hust hust) deutsche Touristen nieder?! Natürlich im besten Hotel am Platz. (Vorher sind wir noch durch unglaubliche Lavafelder gefahren, aber davon erzähle ich ein anders mal)

Hallgrímskirkja

Hallgrímskirkja

Quatsch. In der Hallgrímskirkja haben wir natürlich nicht geschlafen. Das wäre ja für uns fromme Katholiken Gotteslästerung. Aber in unmittelbarer nähe von etwas 150m war unser Gästehaus. Kurzer Exkurs: stellt euch vor, ihr wacht auf und findet euch an eiunem Ort, den ihr noch nie gesehen habt und der total verlassen ist. Es hat aber den anschein, als ob Leute noch 5Minuten vorher hier gelebt, geliebt und gebadet hätten. Und dann wäre die Zombieapokalypse ausgebrochen. und… ich schwife ab. Hallo, willkommen in Our House. Ein Hostel in dem man sich sofort zu huase fühlt. Denn die Familie, die hier gelebt hat und jetzt 5min entfernt wohnt, hat einfach alles stehen und liegen lassen und ihr unglaublich cooles Heim Reisenden überlassen. Voll ausgestattet Küche, Zimmer mit Bob der Baumeister Tapete, Frühstück und einer Sauna und Whirpool. Angenehm.

Nach kurzem Nickerchen machten wir uns gleich auf den Weg, um die Stadt zu erkunnden, was uns auch noch den nächsten Tag beschäftigen sollte. Obwohl Reykjavik im Vergleich zu anderen Hauptstäten gerade zu winzig ist, gibt es dort höllisch viel zu sehen. Dabei haben wir alle Museen links liegen gelassen und uns erstmal mit Straßen, Häußern und Parks gewidtmet gegeben. Und Touristen. Ich glaube ich habe in der Innenstadt mehr deutsch gehört, als an so manchen Tagen am Stuttgarter Hauptbahnhof. Anschließend haben wir ein Konzert besucht.

Waren Kaffee trinken.

Café in Reykjavik

Café in Reykjavik

Und waren begeistert von der lokalen Architektur.

Außerdem schafften wir es einzukaufen (in einem Laden, der ein betrunkenes Schwein als Logo hat (ich reiche das Foto nach. Versprochen) und mieteten einen fahrbaren Untersatz, der uns auf der bevorstehenden Reise begleiten sollte. Dann sind wir doch noch ins Museum gegangen und haben uns Fotos von nackten Menschen angesehen, die unter ungewöhnlicher Beleuchtung aufgenommen wurden. Zusätzlich zu diesem Erlebnis, gab es eine Suppe. Und ich wage zu behaupten, dass Suppe das Hauptnahrungmittel auf Island ist. Wir haben nämlich, im weiteren Verlauf unserer Reise noch die eine oder andere Suppe essen sollen. Aber bei etwas miesem und kühlem Wetter, gibt es nichts vergleichbar besseres, als eine warme und reichhaltige Suppe.

Zum Abschluss unseres Reykjavikaufenthalts machten wir dann auch noch einen Vogelbeobachtungbootssausflug. Wir zwei mit einer dreiköpfigen italienischen Familie und einem spanischem Seemann, der allerlei interessantes Zeug über die hiesigen Vögel und besonders den niedlichen Papageinetaucher zu erzählen wusste. Auf Island nennt man den Puffin und obwohl der so süß aussieht, landet er öffter auf der Speisekarte angesehener Lokale als gedacht. Schmeckt nach Huhn und Meerwasser, haben wir uns erzählen lassen. Selbst probiert haben wir nicht. Aber wer könnte denn auch so ein niedliches Tierchen verspeisen?!

Mit diesem Erlebnis ging dann unser zweiter Tag in Reykjavik zu ende und wir bereiteten uns geisltich und körperlich auf die abenteuerliche Reise in unserem wahnwitzigem Gefährt vor, denn eine Menge Weg lag vor uns. Das erste Ziel war der Goldene Zirkel, mit all seinen Wundern und Attraktionen, die die Natur so zu bieten hat. Doch davon erzähle ich dann ein anderes mal.

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